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Im Rahmen des kreisweiten CDU Sommers 2010 hatte der CDU-Ortsverband Pleidelsheim zur Besichtigung des Laufwasserkraftwerkes und der Netzleitstelle der SÜWAG Energie AG in Pleidelsheim eingeladen und stieß damit auf reges Interesse nicht nur in der eigenen Gemeinde. Nach einer kurzen Begrüßung durch Herrn Bürgermeister Trettner, sowie Frau Feltl und Herrn Nägele von der SÜWAG Energie AG betraten die Gäste „historischen“ Boden“ Zu Beginn des 19. Jahrhunderts nämlich plante König Wilhelm II von Baden Württemberg, den Neckar der Schifffahrt zugänglich zu machen. Hierzu mussten verschiedene Staustufen angelegt werden. Bereits im Dezember 1909 gründete Konsul Schwarz die „Elektrizitätswerk Beihingen-Pleidelsheim AG“. 1912 beschloss man, in Pleidelsheim am Neckar eine Wasserkraftanlage zu bauen, die 1915 fertiggestellt wurde und zu deren Einweihung der König persönlich erschien. Seit den 50-er Jahren, als der Neckar schließlich schiffbar wurde, hat die Einhaltung eines bestimmten Wasserpegels Priorität, da der Neckar als Bundesschifffahrtsstrasse vor der Energieerzeugung Vorrang geniest. Somit schwankt die produzierte Strommenge zwangsläufig sehr stark. In einem heißen trockenen Sommer ist die Wassermenge entsprechend geringer und die Durchlaufmenge und damit die Stromproduktion muss reduziert werden. In dem Fall gleichen die anderen Stromanbieter den Mangel aus. Wenn dagegen zu viel Strom am Markt ist, werden zuerst die Atomkraftwerke gedrosselt, erfuhren die rund 20 interessierten Besucher. Seinem Ruf als kleines gallisches Dorf wird Pleidelsheim auch gerecht, was die Eigentumsverhältnisse des Kraftwerks angeht. Während die anderen 27 Wasserkraftwerke am Neckar zur Neckar AG gehören, ist das Laufwasserkraftwerk in Pleidelsheim mit seinen 80 Beschäftigten (incl. Azubis) ein Standort der SÜWAG Energie AG. Mit Stolz berichtete Rolf Nägele, der wenn er nicht gerade neugierige Gäste über das Gelände führt, als Anlagenbetreuer seinen Dienst im Kraftwerk versieht, dass die Anlage bis heute ununterbrochen am Laufen ist. In jeder Sekunde durchlaufen 80 m³, das entspricht 80 000 Ltr. Wasser die 4 riesigen röhrenden Francisturbinen im alten Kraftwerkshaus mit seinen stellenweise bis zu 1m starken Mauern. Hierdurch werden rd. 30 Mio kWh Strom jährlich erzeugt. Das entspricht etwa dem Energiebedarf der Gemeinde Pleidelsheim. Besonders die Pleidelsheimer Besucher hörten mit Erstaunen und Freude, dass bedingt durch das Hochwasserwehr, welches nur so viel Wasser durchlässt, wie vom Kraftwerk auch verarbeitet werden kann, Pleidelsheim niemals von einem Neckarhochwasser heimgesucht werden würde. Seinen Anteil zur Landschaftspflege leistet man im Pleidelsheimer Kraftwerk, indem man nicht auch kleinste Teile des Treibguts aus dem Wasserlauf entfernt, um so den Neckar nicht „zu sauber“ zu machen und somit den Fischen die Lebens- und Nahrungsgrundlage zu entziehen, so Nägele. Auch am eigens für das Kraftwerk angelegten 1,6 km langen Kanal entstand durch gezielte Pflege ein wertvolles Biotop. Wie weitsichtig man jedoch bereits beim Bau agierte, zeigte sich den staunenden Besuchern in Form der installierten Fischtreppe, die es den Tieren erleichtert, die 8,0 m Gefälle zwischen Ober- und Unterwasser zu überwinden. Vollautomatisch überwacht und geregelt wird die gesamte Anlage von der ebenfalls auf dem Gelände des zweitgrößten Energieanbieters in Baden Württemberg gelegenen Netzleitstelle. Von hier aus hat der jeweilige Schichtmeister nicht nur die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass das Pleidelsheimer Rathaus und die Schule mit Wärme und Energie aus dem Holzschnitzelheizkraftwerk versorgt werden, sondern auch die Aufsicht über das 5177 km² große Netz, dass Teile Baden-Württembergs, Hessens, Rheinland-Pfalz und eines kleinen Teils von Bayern umfasst. Weltweit,
so war zu erfahren, werden etwa 16 Prozent des Strombedarfs aus der
Wasserkraft bedient, damit übertrifft Wasserkraft sogar knapp die
Kernkraft (15 Prozent). In Deutschland liegt der Anteil nur bei 3,2
Prozent des jährlich verbrauchten Stroms Dieser Wert stellt jedoch
bereits das Machbare dar, da der Einsatz von Wasserkraft zur
Erzeugung von Energie nur bei entsprechendem Gefälle sinnvoll ist. LKZ 02.09.2010
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