Dass der CDU-Ortsverband und seine Gäste auch im Wald ganz in ihrem Element sind, zeigte sich beim „Naturerlebnis Wald“. Immerhin konnten die meisten der abgefragten Blätter von den Teilnehmern dem richtigen Baumnamen zugeordnet werden.

Die Gruppe traf sich bei bestem Wanderwetter mit dem an Fachwissen natürlich haushoch überlegenen Revierförster Weis am Parkplatz des Hotels „Forsthof“ in Kleinbottwar. Wer nun meinte, den Wald von einem der sorgsam angelegten Waldwege aus zu betrachten, hatte sich getäuscht. Keine 100 m vom Treffpunkt ging es querfeldein oder besser querwaldein. Der Landkreis Ludwigsburg, so war zu erfahren, ist mit einem Waldanteil von ca. 18,5 % der waldärmste Landkreis in Baden-Württemberg. (Baden-Württemberg 38 %, Bundesdurchschnitt 29 %)

An einem Hügelgrab aus der Keltenzeit zeigte Herr Weis das Ökosystem Wald und dessen Artenvielfalt auf. Sehr zur Verwunderung seiner Gäste, erklärte der Förster, dass der Wald seit den 80-er Jahren mit der Entwicklung zur Nachhaltigkeit, so gesund ist, wie er seit mehreren hundert Jahren nicht mehr war. Zwar gäbe es immer wieder Schädlingsbefall, der einzelne Baumarten befällt, wie in diesen Jahr ein Pilz der die Eschen absterben lässt - oder Stürme wie „Wiebke“ oder „Lothar“, welche Bäume von 100 Jahren und mehr einfach am Stamm abdrehen. Jedoch werden die entstandenen Schäden dank nachhaltiger Forstwirtschaft und Waldpflege meist auf natürliche Weise ausgeglichen. Entwachsen doch dem Waldboden, wenn sie genügend Licht zur Verfügung haben, kleine Bäumchen, welche die entstandenen Lichtungen rasch wieder aufforsten. Dem Menschen obliegt dann die Aufgabe, die jungen Setzlinge vor Verbiss, durch die tierischen Bewohner des Waldes zu schützen.

Der Waldboden, so war zu erfahren, stellt einen wichtigen Lebensraum im Ökosystem Wald dar. Er gibt Wurzeln Halt, versorgt die Pflanzen mit Nährstoffen, Wasser und Luft, speichert das Wasser, filtert die Schadstoffe aus dem Regenwasser und ist wichtiger Lebensraum für Tiere. So leben in einem Liter Waldboden rund 33.000 Lebewesen, sowie unzählige Bakterien und Pilze.

Wie sensibel der Waldboden reagiert, zeigen die Wege, über die der Wald bewirtschaftet wird und die den Wald im Abstand von 40 m queren. Von hier aus werden die geschlagenen Bäume zum Transport vorbereitet. Die durch das Befahren mit Forstmaschinen entstehenden Bodenverdichtungen brauchen ca. 100 Jahre, um sich zu regenerieren.

Anhand von Kartenmaterial zeigte der Forstbeamte auf, wie sich die Forstwirtschaft im Laufe der Zeit verändert hat. Nutzte man den Wald früher und auch noch während der Kriege als Nahrungs- und Schutzort für Nutztiere und zum Sammeln von Feuerholz, so ist er heute Wirtschaftsstandort, Naherholungsgebiet, Lärm- und Luftfilter, Klimaschützer und vieles mehr. So bedeutet nachhaltige Forstwirtschaft denn auch, dass bei Aufforstungen eine gute Mischung aus schnell wachsenden und langsam wachsenden Baumarten, aus Laub- und aus Nadelbäumen berücksichtigt wird. Ferner muss der nachhaltig wirtschaftende Forstwirt auch an die Tiere des Waldes denken, die sich von den Früchten der Bäume ernähren. Aus diesem Grund setzt Förster Weis seit ein paar Jahren Maronenbäume, deren Früchte nicht nur von den Menschen auf dem Weihnachtsmarkt gern genascht werden.

Derart den kulinarischen Genüssen zugeführt, ließ sich die Gruppe dann noch zu einem gemütlichen Plausch auf der Terrasse des Hotels „Forsthof“ nieder und lies den Tag gemütlich ausklingen.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Herrn Weis, für die rund 2-stündige Führung durch „seinen“ Wald. An der liebevollen Art, in der er uns seinen Arbeitsplatz beschrieb, merkten wir ganz deutlich dass bei ihm Beruf und Berufung identisch sind.