Anlässlich des 125. Jahrestages des Automobils traf sich der CDU Ortsverband Pleidelsheim mit zahlreichen Interessierten aus dem gesamten Kreis Ludwigsburg und sogar aus den USA, zu seiner zweiten Veranstaltung im CDU-Sommer 2011.

Betriebsbesichtigung bei der Mechatronik GmbH in der Pleidelsheimer Stuifenstrasse war angesagt.

Dort dreht sich alles um die „Alten“ mit dem Stern, so Thorsten Klenk, Geschäftsführer des Geschäftsbereichs „Classic“.

1996 von Geschäftsinhaber Dipl.-Ing. Frank Rickert gegründet, hat sich das Unternehmen mittlerweile in die drei Geschäftsbereiche „Classic“, dem Oldtimerrestaurationsbereich, „Trade“, wo sich alles um den Handel dreht und „Engineering“, den Neuentwicklungen für Klassiker aufgeteilt. Nachdem man den Firmensitz 2002 von Oberstenfeld nach Pleidelsheim verlegte, erwartet das Unternehmen mit seinen 60 Mitarbeitern, mit Spannung das 10-jährige „Pleidelsheim-Jubiläum“ im nächsten Jahr.

Beim Rundgang durch die Geschäfts- und die Ausstellungsräume wurde deutlich, dass Mechatronik einer der gefragtesten Restaurationsbetriebe für Mercedes-Benz-Klassiker ist. Kunden aus Deutschland, Italien, über Saudi-Arabien und Ägypten bis nach Südafrika gehören zu den Kunden, die gern wiederkommen, denn der Name Mechatronik bürgt unter den Oldtimerbesitzern auf der ganzen Welt für Qualität.

So bekam denn auch jeder Besucher glänzende Augen, als Herr Klenk seine Gäste unter anderen auf den Prototyp der Baureihe „300S“ (Baujahr 1951), der gerade auf der Hebebühne stand,  aufmerksam machte. „So einen Wagen bekommt man nur sehr selten zu Gesicht und noch seltener darf man da Hand anlegen“ so ein Mitarbeiter. „Der Wert des Schätzchens beläuft sich etwa auf den Gegenwert eines Häuschens“. An einem solchen Wagen wird nichts genietet oder gesteckt, so Thorsten Klenk, da braucht ein Mechatroniker Feingefühl, Leidenschaft und viel Liebe zum Detail. Das lernen die insgesamt 5 technischen Azubis sozusagen von der Pike auf. Bei Mechatronik werden nur Originalteile verwendet, die man hauptsächlich von Daimler bezieht oder alternativ von überall auf der Welt besorgt. Das kann dann schon mal mehrere Monate dauern, bis man ein bestimmtes Teil bekommt. Wenn sich ein Teil nicht mehr finden lässt fertigen die Mitarbeiter das Stück unter Umständen selbst an. Ebenso wird mit der Karosserie verfahren. Instandsetzen statt Ersetzen ist die Maxime. Nur wenn es sich gar nicht vermeiden lässt, werden Teile ersetzt. Für eine Vollrestaurierung eines DB-Klassikers muss man ein Jahr einplanen, wobei allein für das fachgerechte Auseinandernehmen eines so alten Wagens schon mal einen Monat eingeplant werden muss, so Klenk.

Aber auch auf alte Schätze mit neuer Technik versteht man sich in der Stuifenstr. 54. So lässt sich manch ein Kunde seinen Oldtimer mit neuer Technik, wie z.B. Klimaanlage, Sicherheitsgurten oder Schiebedach ausstatten. Doch auch hier muss man mit Umsicht vorgehen. So hätte ein Besitzer seinen Oldie gern mit einem elektrischen Schiebedach gesehen…. Beim Probesitzen wurde dann aber deutlich, dass sich die Raumhöhe im Wageninneren so weit verringerte, sodass man den Kopf beim Fahren einziehen müsste. Insgesamt ist aber zu sagen, dass bei Mechatronik die Technik dem Wagen angepasst wird und nicht umgekehrt, so Klenk stolz. Generell stehe die Originaltreue im Fokus des Unternehmens.

Wer nun meinte, man legt sich so ein Schätzchen zu, um es im stillen Kämmerchen zu bewundern und gelegentlich die Chromteile zu polieren, wurde eines besseren belehrt. Oldtimer müssen bewegt werden, so der Fachmann, sonst trocknen zum Beispiel die Dichtungen aus und es wird unter Umständen eine Reparatur fällig.

Auf die Frage einer Besucherin, woher man die entsprechenden Fachkräfte bekommt, antwortete der Geschäftsführer, dass gerade am Tag zuvor wieder 2 Azubis ihre Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker begonnen hätten und nein, weiblichen Azubis für den technischen Bereich hätten sich bis dato noch nicht beworben….Insgesamt setze man bei Mechatronik auf einen gesunden Mix zwischen Jung und Alt. So liege die Altersstruktur gegenwärtig zwischen 16 und 66 Jahren.

Einziger Wermutstropfen dieser sehr interessanten Veranstaltung war, dass die Besucher die Wagen weder berühren, noch die Kundenfahrzeuge fotografieren durften, was aber angesichts des Wertes jedes einzelnen dieser herrlichen Autos verständlich war.